Aus dem St. Galler Tagblatt.
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Ein wohltuend nüchterner Kommentar vom ehemaligen Leiter der Yad Vashem Holocaust-Gedenkstätte und Forschungszentrum, Yehuda Bauer, zur bevorstehenden UNO-Abstimmung über die Anerkennung eines palästinensischen Staates. Solche Leute sollte man an Verhandlungen schicken…
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Kommentar zu Brendan O’Neill’s “Nihilismus und Entfremdung” über die jüngsten Ausschreitungen in Grossbritannien im Schweizer Monat (Übersetzung seines Beitrags auf Spiked.)
Kleiner Auszug:
Der politische Kontext dieser nun seit Tagen andauernden Unruhen besteht ebensowenig aus den Einschnitten ins Sozialsystem wie aus einem besonders rassistisch gearteten Polizeiapparat – stattdessen war es der moderne Wohlfahrtsstaat, der eine Generation herangezüchtet hat, die absolut keinen Gemeinsinn und erst recht keinen Sinn für Solidarität mehr hat: bei dem, was wir auf den Strassen von London und nun auch anderswo sehen, handelt es sich um vom Wohlfahrtsstaat alimentierte Mobs. [...]
Kindische Destruktivität greift als Erklärung der Motivation der Aufständischen aber immer noch zu kurz. Auf einer grundsätzlicheren Ebene sind diese Jugendlichen, die zu einem ganz überwiegenden Teil von ihren Gemeinden alimentiert wurden, Entfremdete des Wohlfahrtsstaats. Finanziell, physisch und pädagogisch sind sie mehr von den Akteuren des Sozialstaates als durch ihre eigenen Familien oder Nachbarn beeinflusst worden. Zu den staatlichen Sozialvertretern haben sie eine tiefere moralische oder emotionale Bindung, als zu denjenigen, bei und unter denen sie tatsächlich aufgewachsen sind.
Eines gleich vorneweg: Der hier behauptete Zusammenhang zwischen Wohlfahrtsstaat und angeblich sozialer Entfremdung der Jungen ist an den Haaren herbei gezogen und wird auch beim Durchlesen des ganzen Artikels nicht plausibler. Die Kausalität ist mit keinem einzigen Satz schlüssig dargelegt. Stattdessen versucht der Autor der Arbeiterklasse die Schuld als quasi internes Problem anzulasten. Als ob nur sie selber sich untereinander solidarisieren müsse, weil das besser sei, als die schreckliche staatliche Beihilfe, die die vermeintlich heile Welt der Armen korrumpiere, weil sie z.B. vergünstigte Wohnungen oder Arbeitslosengeld erhält (was übrigens Rechte sind, nicht Privilegien.) Die dafür fehlende Solidarisierung der Entscheidungsträger mit den wirtschaftlich schlechter gestellten scheint für O’Neill keiner Diskussion zu bedürfen. Kurzum: selber schuld.
Zudem waren die letzten 30 Jahre (wir rechnen: 1981-2011) mitnichten vom Ausbau der sozialen Leistungen gezeichnet. Gerade die 80er-Jahre waren von der wirtschaftlichen Stagnation seit den 70ern geprägt und brachten eine gewisse Margaret Thatcher in den Sessel der Premierministerin. Eines ihrer berühmten Zitate lautet übrigens, es gäbe keine Gesellschaft, nur Individuen. Das von einer Vorsteherin des britischen Staats zu hören, zumal der Staat ja nichts anderes ist als der Ausdruck einer Gesellschaft, die sich als solche – und eben nicht als Einzelkämpfer – organisiert, ist ein ganz schön deftiges Statement. Gleichsam als Echo darauf nehmen sich nun die Ausschreitungen in den britischen Städten aus: die Chaoten handeln nicht als denkende Gruppe, die sich z.B. in politischen Demonstrationen gegen die Missstände auflehnt und ihre Mitspracherechte einfordert, sondern als blinde Ellenbogenkämpfer, die die Gunst der Stunde nutzen, um sich kurz was in die Tasche zu stecken, auch wenn man’s dafür jemand anderem erst aus der Tasche ziehen muss. Jede Wette Margaret Thatcher dreht sich vom Fernseher zu ihrem livrierten Diener um und piepst neben einem Bissen Gurken-Schwan-Sandwich hervor “That’s what I’ve been saying all along, haven’t I?”
Wie gerade mit dem Finanzcrash, dem Polit-Medienklüngel und so Katastrophen wie bei BP im Golf von Mexiko schmerzlich offensichtlich wurde, ist die Weisskragen-Gesellschaft in Westminster und der City moralisch in keinster Weise dem “Lumpenproletariat”, wie O’Neill es nennt, überlegen. White collar crime ist für gewöhnlich nur etwas weniger verboten als die Vergehen, die typischerweise bei den politisch schlechter Vertretenen zu finden sind. Und das ist auch kein Wunder. Politik geht Hand in Hand mit wirtschaftlichen Interessen und entfernt sich vom Aushandeln eines gesellschaftlichen Entwurfs, der alle einbezieht, hin zum nackten Lobbyismus für den eigenen Profit.
A propos es werfe den ersten Stein… die Leute in den Teppichetagen brauchen keine Steine zu werfen. Sie haben Budgetkürzungen, die sie mit zerknirschter Miene verkünden können, weil ja “alle mithelfen müssen, aus der Krise zu finden.” Das sind immer die Momente, wo die Gesellschaft wieder ganz fest zusammenstehen muss. Vor allem die Arbeitslosen, in der Schlange vor einem der wenigen Job Centres, die noch offen geblieben sind. Jede Wette, Cameron drückt nach so Ansprachen ganz kurz auch noch ein kleines, ehrliches Tränchen aus den Augenwinkeln, während sein Chauffeur ihn im Maybach auf den Landsitz fährt, wo er sich erstmal vom Schrecken erholen muss.
Die Entfremdung in der Gesellschaft stammt nicht aus der Arbeiterklasse. Der soziale Vertrag wurde nicht durch die Ausschreitungen von unten sondern durch das Lossagen der Wirtschafts- und Politikkapitäne vom Rest der Gesellschaft, von oben aufgekündigt. Ausgerechnet von denjenigen, die auf den Staat nicht angewiesen sind – ausser es gibt Steuererleichterungen, oder der Staat muss mal eben die Bank kaufen, damit sie nicht untergeht.
Natürlich entscheidet sich jeder einzelne, ob er plündern, stehlen und zerstören will, oder nicht. Und die Handlungen sind verwerflich und abscheulich, zumal sie sich gegen weitere Unschuldige richtet, gegen hart arbeitende LadenbesitzerInnen, die eigenen Nachbarn, Familien mit Kindern. Aber die Erfahrung zahlreicher Jugendlicher ist, entgegen dem, was der Autor im Artikel behauptet, dass der Staat, der die Gesellschaft, und damit ihre Interessen, verkörpern soll, sich aber als separate Einheit gebärdet, ihnen nichts mehr bieten kann, oder will. Das Zusammengehörigkeitsgefühl geht flöten, wenn man zusieht, wie Investmentbankern (wie Cameron selber einer ist) Geld zugeschanzt und Finanzcrashes verziehen werden, während nun das daraus resultierende Finanzloch auf die Bedürftigsten abgewälzt wird – die, die nicht einfach Konkurs anmelden und eine neue Firma aufmachen können, mit ihrem vollen Sparschwein voll Managerlöhnen und Boni.
O’Neill mag in seinen weiteren Artikeln bei Spiked noch lange abstreiten, dass der Neoliberalismus mit dem Zustand der jungen Generation etwas zu tun hat, aber die gänzliche Lossagung von Verantwortung gegenüber der Gesellschaft hat die wirtschaftlich-politische Elite zu Mittätern an der Entfremdung der Jungen gemacht. Diese Mitschuld zuzugeben ist der erste Schritt in Richtung richtig.
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Make that “on O’Reilly’s sack.”
In a match of wits, the two TV pundits exchange pleasantries and insights as Colbert offers his full adulation to his idol: the one and only Papa Bear.
What’s amazing is that Colbert not once breaks character as a staunch advocate of conservative politics, even as he’s taking the piss like a horse, and production assistants behind the cameras giggle audibly, and that O’Reilly, in turn, not once breaks the Fox News mold of naive sternness, alternating with helpless puzzlement at the world as a whole. O’Reilly seems so hellbent to not be pulled in by Colbert and win the shiny, imaginary Fox News trophy of non-satire, he can’t even manage a single funny comeback. It’s like watching a professional carpenter bringing a file to a nailing.
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Charlie Brooker takes the music streaming service Spotify (free for basic quota, paid for more or unlimited songs) as an opportunity to delve into the psyche of internet freeloaders who only seem to be reasonably satisfied if absolutely everything they’ve ever wished for is available for free at top notch quality with whipped cream and a cherry on top – forever.
Technology has left us hopelessly spoiled. We whine like disappointed emperors the moment it does anything other than pander to our every whim. If the internet gave free back rubs, people would complain when it stopped because its thumbs were sore.
I was going to give Spotify a free test-run myself, but it’s not available in my country. And they’re lagging behind on a free Linux version, too. Now that’s the last straw…
[Insert angry, hissy fit here.]
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I’m not sure how this came to be, but there’s something both fascinating and sad about all these people we once used to know…
Okay, I didn’t mean to spoil the fun, and those of you who understand Norwegian knew anyway – which I don’t, I had to look this up – but the video is a promo for the fourth season of Gylne Tider (Golden Times), a series on Norwegian TV. It’s basically a team of three guys that travel with a camera to meet their childhood heroes. Some of them are still famous, others have meanwhile had to get a dayjob, but they all seem like pretty good sports.
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Der Basler Liedermacher und Aktivist für Nie wieder Atomkraftwerke (NWA) Aernschd Born bringt’s singend und klampfend auf den Punkt. Für Ausserbasler sogar mit Untertiteln. Hat richtig Schmiss, wie die Alten früher sagten.
Das Lied sang er übrigens am vergangenen Ostermontag an der Demonstration des Basler Dreiländerecks gegen das Atomkraftwerk Fessenheim, das älteste Frankreichs, unpraktisch schön zentral zwischen Basel, Colmar, Mulhouse und Freiburg gelegen.
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Zu gut, um es in den neuen Schlagzeilen untergehen zu lassen… und weil die Baz selber bisher nicht darüber berichtet…
Vizechefredaktor verlässt seinen Posten neben Markus Somm, die Redaktion drischt auf ihren Chefredaktor ein, und dem anfangs mit Fanfaren empfangenen Heilsbringer Moritz Suter gehen langsam aber sicher die Vorschusslorbeeren aus. Das muss wehtun. Vor allem weil wohl die Operation “Eine neue Gallionsfigur gegen den Abo- und Werbeschwund” durchsichtig wird, und wenn, wie immer, die besten RedaktorInnen zuerst neue Stellen woanders gefunden haben, die Basler Zeitung in punkto differenziertem Journalismus bald von “20 Minuten” überrundet wird.
Wenn Suter nicht nur seinem anonymen Investoren verpflichtet ist, sondern in der BaZ wirklich etwas zu sagen hat, ist es an der Zeit, dass er einen Personalentscheid fällt. Entweder der Chefredaktor oder der Grossteil der Redaktion…
Aus der NZZ
Vizechef der «Basler Zeitung» hat genug
Unmut über Chefredaktor Somm steigt
Urs Buess, der stellvertretende Chefredaktor der «Basler Zeitung», tritt ab. Der Unmut über den rechtskonservativen Chefredaktor Somm steigt.Francesco Benini
Der Abgang von Urs Buess, dem stellvertretenden Chefredaktor der «Basler Zeitung», soll in der kommenden Woche bekanntgegeben werden. Buess wollte auf Anfrage keinerlei Auskünfte geben. Auf der Redaktion des Blatts hat sich herumgesprochen, dass Buess seine Kündigung einreichen wird. Er wolle nicht länger mit Chefredaktor Markus Somm zusammenarbeiten.
Für die «Basler Zeitung» ist der Abgang ein herber Schlag. Buess kommt im Unterschied zu Somm aus der Region Basel, und er wurde von Verleger Moritz Suter verschiedentlich als Gegengewicht zu Somm gepriesen, als ein Garant für eine gewisse politische Ausgewogenheit. Somm ist seit seiner Zeit bei der «Weltwoche» auf SVP-Linie, Buess vertritt linksliberale Ansichten.
Ein Journalist der «Basler Zeitung» erklärt, Buess habe auf der Redaktion integrativ gewirkt; er habe ein sicheres Gespür im Umgang mit Menschen. Sein Abgang sei ein «Riesenverlust». Vor seinem Engagement bei der «Basler Zeitung» war Urs Buess unter anderem Inlandchef des Zürcher «Tages-Anzeigers» gewesen.
Am Montag gab es in Basel eine längere Aussprache zwischen der Redaktion und Chefredaktor Somm; auch zugegen war Verleger Moritz Suter. Die Diskussion nahm – je nach Auskunftsperson – einen «sehr negativen», «niederschmetternden» oder «katastrophalen» Verlauf. Chefredaktor Somm hielt den Journalisten offenbar vor, sie seien zu links, dächten zu wenig bürgerlich; die Redaktoren kritisierten im Gegenzug seinen Führungsstil. «In der über eineinhalbstündigen Aussprache gab es nicht eine einzige positive Wortmeldung zum Chefredaktor. Das muss man sich einmal vorstellen», sagt ein Journalist. Somm habe den Rückhalt der Redaktion fast vollständig verloren. Mehr als die Hälfte der Journalisten sei nun auf Stellensuche.
Vernichtend fallen auch die Kommentare über den Auftritt Moritz Suters aus. «Seine Sprüche, wonach wir alle am selben Strick ziehen müssten, können wir nicht mehr hören. Sie sind nur noch peinlich», meint ein Journalist. Suter brauche vor der Redaktion nicht länger den jovialen, fürsorgenden Patron zu geben, denn niemand nehme ihn noch ernst in dieser Rolle.
Laut der übereinstimmenden Aussage mehrerer Redaktoren wirkt der Flugunternehmer Moritz Suter als Verleger «fremdgesteuert». Er weigert sich bekanntzugeben, wer ihm das Geld für den Kauf der Basler Zeitung Medien gegeben hat. Suter hat, wie er selber erklärte, nur eine Million Franken aufgewendet – einen Bruchteil des Werts, den das Medienunternehmen mit 1100 Angestellten hat.
Somm sagte am Montag vor den Angestellten den bemerkenswerten Satz, dass er noch nie auf einer Redaktion gearbeitet habe, wo die Stimmung gut gewesen sei. «Wenn es so ist – dann muss das an Somm liegen», meint dazu ein Redaktor der «Basler Zeitung».
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Being at the cutting edge of new developments, not once but twice, has its price. I’m tempted to say let others stop just talking about it and try what it’s really like. But just to prove humans can actually learn from one another’s errors, we should probably just let this project fizzle out ASAP and leave it at that.
But enough of the cheap sarcasm
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