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Gil Scott-Heron is back with the devil

Gil Scott-Heron ist back. For those who don’t know him, he was one of the most outspoken black poets and social critics of the 70ties. He is widely considered to be a frontrunner for modern hiphop. His most famous poem is “The revolution will not be televised”.

The Guardian has an interview up now:

“People keep saying I disappeared,” the singer tells me, laughing heartily, when I speak to him. “Well, that’s a gift I didn’t know I had. You ever see someone disappear? That makes me a superhero, right?”

The humour, though, conceals a great deal of heartbreak and an epic struggle with addiction, both of which are referred to obliquely on his raggedly brilliant version of Robert Johnson’s “Me and the Devil” on the new album. “Early this mornin’, when you knocked upon my door”, he sings, “And I said, “Hello, Satan, I believe it’s time to go.”

Though Gil Scott-Heron insists he did not disappear, that he kept playing club gigs in America and did the occasional tour, that he was writing, if not recording, the news that kept on filtering back from his long winter in America was always bleak. It seemed at times as if the most astute musical social commentator of the 70s and 80s had metamorphosed into a character from one of his own sad songs of suffering and struggle. On the sombre and still-startling “Home Is Where The Hatred Is”, recorded in 1971, he described a junkie trapped in a blighted inner-city ghetto who lived inside “white powder dreams”. Thirty-odd years later, he seemed to be living those lyrics.

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NATO-Geheimarmeen (Daniele Ganser)

Der Historiker an der Uni Basel, Daniele Ganser, hat mit seiner Doktorarbeit vor ein paar Jahren einen internationalen Knüller gelandet. Zum ersten Mal arbeitete jemand systematisch die lange geheim gehaltenen Geheimarmeen (daher der Name) der NATO auf. Diese Armeen waren so geheim, dass manche Verteidigungsminister wie auch die Parlamente in Europa selber davon keine Ahnung hatten. Das Schweigen wurde vom italienischen Premier Giulio Andreotti erst 1990 gelüftet. In der Folge kam im gleichen Jahr die Schweizer Version der europaweiten “Operation Gladio” ans Licht und wurde von einer parlamentarischen Untersuchungskommission unter die Lupe genommen. Hier war sie Projekt 26 (P-26) getauft worden. Allgemein wurden nur in drei Ländern parlamentarische Untersuchungen betrieben (Belgien, Schweiz, Italien). Im Rest Europas dauerte die Enthüllung zum Teil noch Jahre.

Abzeichen des italienischen Gladio-Zweigs.

Zweck der Geheimarmeen: Im Falle einer kommunistischen Besetzung Westeuropas hätten die Geheimarmeen aktiv werden und mit Guerrilla-Taktik den Feind bekämpfen sollen. Allerdings sollen diese Verbände auch sozialistische oder kommunistische Strömungen in der Politik behindert oder sogar sabotiert haben. Der Verdacht, dass dafür auch Terrorakte inszeniert worden und den Kommunisten in die Schuhe geschoben worden seien, ist noch nicht überzeugend widerlegt…

Ein Zitat aus dem Bericht der ETH:

Ziel war es, in Italien um jeden Preis eine Regierungsbeteiligung der Kommunisten zu verhindern. Minister dieser Partei, so die Befürchtung, könnten Geheimnisse an die Sowjetunion verraten und so die Nato von innen heraus schwächen. Gladio schreckte nicht vor feigen Terroranschlägen gegen die eigene Bevölkerung zurück. Das Volk sollte verunsichert werden, damit es den Staat um mehr Sicherheit bittet. Durch falsche Spuren und Einflussnahme auf die Justiz gelang es, die Taten dem politischen Gegner in die Schuhe zu schieben.

Auch in Frankreich, Deutschland (wo auch ehemalige SS-Offiziere involviert waren), Norwegen und Belgien verübten die Geheimarmeen Terroranschläge. In Griechenland war sie in den Militärputsch involviert, und in der Türkei unterstützte die “Counter-Guerilla” den Kampf gegen die Kurden. Nach den Enthüllungen der PUK-EMD wurde in der Schweiz der Verdacht geäussert, auch die P26 habe Anschläge verübt. Der Verdacht konnte aber nicht bestätigt werden.

Ein grossartiger Vortrag, aufgenommen an der Uni Basel, anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung am 14.9.09, um das grosse Interesse zu befriedigen.

Klick aufs Bild öffnet den Videovortrag, unterteilt in Kapitel.
Dauert rund 2 wohlinvestierte Stunden.

Gladio (Deutsch)

P-26 (Englisch)

P-26 (Deutsch)

Bericht zur Konferenz “Nato Geheimarmeen und P26”

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Party like it’s 1993

Ich präsentiere: die aktuelle Nummer 1 der englischen Charts – “Kiling in the name of” von Rage against the Machine. Anscheinend hatte eine Gruppe von Leuten die Schnauze voll von den Casting Shows, deren Gewinner regelmässig um die Weihnachtszeit die Charts anführen und hat via Facebook eine Gegenbewegung ausgelöst. Das Resultat: besagte Rage-Single ist Nummer 1. Was nebenbei her belegt, dass gute Musik zeitlos ist – zumindest gerade jetzt für ein paar Tage. Hier noch ein Link zum Spiegel, der dazu ein kurzes Segment gemacht hat. Ich geh jetzt ein bisschen bangen. Der Rest der Platte ist nämlich auch extrem geil!

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Horch und Guck 2.0

Pünktlich zum Geburtstag der Eidgenossenschaft dieses Jahr sollen die Behörden derselben uns latent pädophilen, terroristischen, betrügerischen Hooligans mit Internetanschluss genauer auf die klappernden Finger schauen können.

Und wie es sich für eine Demokratie, die sich selbst gerne als solche rühmt, gehört, läuft das ganze natürlich vollkommen rechtsstaatlich korrekt geheim und hinter den Kulissen ab.

Die WOZ hat entsprechende Dokumente zugespielt bekommen und veröffentlicht. Diese können heruntergeladen werden (“es het solang’s het”).

Die Dokumente gehören zur “geheimen Vernehmlassung” einer neuen IP-Richtlinie, in der die Schweizer Internetprovider in Kenntnis ihrer innert Monatsfrist beginnenden Pflicht gesetzt werden, sämtliche Verbindungen und Mails aufzuzeichnen. Grundsätzlich sollen alle Daten aller BenutzerInnen für 6 Monate auf Vorrat gespeichert werden. Und bei Bedarf sollen diese auch gleich in Echtzeit an das EJPD weitergeleitet werden. Und nein, es trifft nicht mehr nur Massenmörder, Kinderschänder und Ausländer, sondern die Fassade kriegt schon ihre ersten grösseren Löcher.

Hier ein paar denkwürdige Auszüge aus dem Artikel dazu.

Der Üpf (Überwachung Post- und Fernmeldedienst) scheint es jedenfalls sehr eilig zu haben: Die Provider hatten nicht – wie sonst bei Vernehmlassungen üblich – drei Monate, sondern nur drei Wochen Zeit, sich zu äussern. Bis zum 30. Juni sollten die Stellungnahmen beim Überwachungsdienst eingereicht sein. Bereits am 1. August treten die neuen Regelungen in Kraft. Bis Ende Juni 2010 sollen dann alle Provider die technische Aufrüstung vollzogen haben und vom Üpf getestet und zertifiziert werden…

Sexualstraftaten und Terrorismus sind zwar derzeit die grössten Hits, wenn es um neue staatliche Horch- und Guck-Befugnisse geht. Der im Büpf enthaltene Deliktkatalog ermöglicht Überwachungen aber auch bei weit weniger schweren Straftaten: darunter zum Beispiel Gewalt und Drohung gegen Beamte oder Betrug. Auch die nun in der IP-Richtlinie vorgesehene Überwachung des Internetverkehrs können Untersuchungsbehörden einsetzen – gegen mutmassliche TeilnehmerInnen einer unfriedlichen Demonstration beispielsweise oder gegen SozialhilfebezügerInnen, die des Missbrauchs verdächtigt werden.

Who’s next?
Artikel und Dokumente:
Mit dem Staat ins Internet

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