Déjà vu

Für Leute, die auch nur für 20 Minuten pro Tag aus ihrer kleinen Welt(woche) herauskommen und den Blick über ihren Vorgarten erheben, ist schnell klar, dass das Geschrei der letzten Jahre (und besonders der letzten Monate) in Bezug auf angebliche Überfremdung weniger faktische als empfundene Probleme zum Beweggrund hat.

Oder anders gesagt, wer in der Auswahl seiner Nachrichtenquellen etwas wählerisch ist und tiefschürfende Berichterstattung vorzieht, dem ist folgender Artikel kaum neu. Schön aber, dass es dieses Mal nicht nur die WOZ sagt, die leider eher zum Chor predigt als die breite Masse erreicht. Die NZZ, der man kaum linke Propaganda vorwerfen kann, ist demnach  etwas geeigneter, um etwaige Link(s)ophoben anzusprechen (vorausgesetzt, sie können lesen und gucken dort auch mal rein.)
Die wiederkehrende Angst vor den Fremden
Viele Muster der gegenwärtigen Ausländerdebatte sind nicht neu.

Während die Integration von Deutschen, Franzosen und Arbeitern aus Österreich-Ungarn in der Regel problemlos gelang, führte die Einwanderung der Italiener zu grösseren Problemen. Zahlenmässig stellten sie kurz vor dem Ersten Weltkrieg eine annähernd so grosse Gruppe wie die Deutschen. Doch im Gegensatz zu den meisten Deutschen waren sie meist mit Schaufel und Pickel ausgerüstet und auf Baustellen anzutreffen. Sie waren massgeblich am Bau der grossen Eisenbahntunnels und der um die Jahrhundertwende schnell wachsenden Städte beteiligt.

Die italienischen Immigranten hatten auch in ihrer Heimat oft zu den untersten sozialen Schichten gehört. In der Schweiz entstand dadurch eine «Unterschichtung» der ansässigen Arbeiterklasse. Das führte unweigerlich zu Reibungen und Problemen im Alltag. Bald war die Rede von Überfremdung – die Italiener könnten sich in der Schweiz nie integrieren, die Kultur der südlichen Nachbarn sei niemals vereinbar mit der eigenen, hiess es mahnend.

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1 Comment

Filed under Demokratie, Law and Ordure, Schöner Wohnen, [andbehold]

One response to “Déjà vu

  1. louiszyphire

    Ich würd nicht Linkophoben schreiben, sondern Linksophoben. Mit Linkophoben könnte man sonst Leute meinen, die Angst vor Links haben.

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