Prenzelberger Bionade

Der Artikel die “Bionade-Biedermeier” aus der Zeit ist zwar nicht neu, aber trotzdem immer noch lesenswert. Zwar finde ich die Idee das ganze am Schicksal des armen Yunus aufzuziehen ein bisschen weit hergeholt, aber die Beschreibungen der Szene am Prenzlauer Berg sind wirklich sehr amüsant. So zumBeispiel der Makler:

Man kann nun sagen, dass Stahlmanns Erzählungen nicht mehr liefern als einen Blick auf die Wohnträume einer Elite. Eher aber ist es so, dass niemand die Neuerfindung des Prenzlauer Berges von oben herab besser dokumentieren kann als er. In den Wohnungen, die er verkauft, rücken die Küchen in den Mittelpunkt, das gute Leben, umstellt von Bildungsbürgerbücherwänden. „Ich frag meine Käufer immer, ob sie mehr als 3000 Bücher mitbringen – dann muss ich nämlich noch mal an die Statik ran.“ Stahlmann erkennt in seiner Kundendatei mittlerweile „eine neue intellektuelle Schicht, die den Wertewandel im Deutschland der letzten zwanzig Jahre geprägt hat“. Über den Dächern von Berlin setzt sich Rot-Grün zur Ruhe und legt hedonistisch Hand an.

Natürlich alle mal links gewesen, die Damen und Herren. Vornehmlich sind sie es immer noch, meistens jedenfalls:

Laufsteg der Pornobrillenträger ist die Kastanienallee, eigentlich nur noch „Castingallee“ genannt. Es gab hier vor zwei Jahren einen Fall, der aufsehenerregend ist, weil er kaum Aufsehen erregte: In einem Park in der Nähe verkauften Farbige Drogen, woraufhin die Besitzerin eines Cafés, dem An einem Sonntag im August, ihre Kellnerinnen eine Dienstanweisung unterschreiben ließ, nach der Schwarze im Lokal nicht mehr willkommen seien. Es sei denn, sie seien Mütter oder hätten „kluge Augen“. Ein Häuflein Linksalternativer demonstrierte gegen diese Wortwahl, und die Gastronomen ringsum solidarisierten sich – mit dem Sonntag im August. Derzeit sind sie dabei, eine Sinti-Band loszuwerden, die seit Jahren durch die Straße zieht. „Die nerven“, sagt einer der Wirte, „das trifft dann halt ’ne Ethnie.“

Jagdszenen aus Hollywood halt. Der Artikel ist recht lang, aber die Zeit wert.

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Filed under Schöner Wohnen

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