8. September 2009...12:58 am

Regenwald vs. Knusperknäuschen

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Als Auftakt zu einer Serie von Posts kommt ein Beitrag der Schweizer Sendung Kassensturz. Die Konsumentensendung steckt ihre Finger gern dort rein, wo’s den Produzenten von Waren und den AnbieterInnen von Dienstleistungen am meisten weh macht: sie macht publik, was in dem Zeug, das wir täglich kaufen drinsteckt und was man den KonsumentInnen lieber nicht so direkt aufs Brot gestrichen hätte. (Vorsicht Wortspiel!)

In diesem kurzen Ausschnitt wird eine Zutat in unzähligen Lebensmitteln angsprochen, von dem Otto und Erna NormalverbraucherIn wohl noch kaum gehört haben, oder sich eher selten den Kopf darüber zerbrechen, gerade weil’s recht harmlos tönt: Palmöl.

Eine Ölpalmenplantage auf Sumatra, wo auch der Orang-Utan zuhause wäre.

Eine Ölpalmenplantage auf Sumatra, wo auch der Orang-Utan zuhause wäre.

Das ist ein Fettstoff, der aus den Früchten der ursprünglich guineanischen Ölpalme gewonnen wird. Das Palmöl hat mehrere Vorteile, unter anderem, dass es billig ist, und das hat nicht zufällig damit zu tun, wo es angebaut wird: Hauptanbauländer sind Indonesien und Malaysia, in zunehmendem Masse mittlerweile auch Kolumbien und Brasilien. Und diese Länder haben alle etwas gemeinsam… Richtig: Ein tropisches Klima, wo alles gedeiht, und es gibt reichlich Platz für Plantagen – und zwar im Regenwald. Die Palmen wachsen dort selbstverständlich nicht inmitten der natürlichen Vegetation. Diese muss zuerst halt schon plattgemacht werden, damit die Monokultur auch schön spriessen kann. Das an und für sich wäre ja schon ekelhaft genug, doch dass die Regierungen, die solche Machenschaften der Unternehmen aktiv dulden, dies auch noch unter dem hübschen Mäntelchen der Ökobewegung zu tun versuchen, z.B. indem sie Palmöl als Ökokraftstoff anpreisen, oder indem sie ignorieren, dass die selbsauferlegten Regeln der Palmölindustrie wohl nicht reichen werden, um unseren Planeten vor der unendlichen Raffgier zu retten, und dass in den Regenwäldern Pflanzen, Tiere und Menschen leben, um die sich die Plantagenbesitzer tendenziell foutieren, das alles und mehr sollte Grund genug sein, um dem Schmiergeschäft den Geld- und Ölhahn zuzudrehen.

Aber mehr davon, und dazu noch die Ergebnisse einer exklusiven Umfrage bei den zwei Schweizer Detaillisten mit den orangen Logos, in den nächsten Postings.

Hier mal ein kleiner Vor- und übler Nachgeschmack auf die Produkte, wo das Palmöl so drin steckt, wie es dort aussieht, wo es herkommt und wieviel die Lippenbekenntnisse zu “Nachhaltigkeit” wert sind.

Fortsetzung folgt…

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